Maskenverbote im 17. und 18. Jh.

Goldegg, Perchtenlauf

Als eine Praktikantin die Akten des Pfleggerichtes Werfen (Salzburg) bearbeitete kamen erstaunliche Fakten zum Vorschein. So ging hervor, dass im frühen 17. Jahrhundert das tragen von „Larven“ und „Claiderverstöllungen“ verboten war. Dieser Brauchtum wurde zu dieser Zeit als neu beschrieben.

 

 

 

Trotz Verbote sehr beliebt!

Die Obrigkeit meinte, dass diese „Maskera“ ein Sicherheitsrisiko darstelle. Das Treiben wurde fast immer von Musik, Tanz und Böllerschützen begleitet. Die Exekutive dieser Zeit was den Ortskundigen Bauernburschen nicht gewachsen. So konnte die „Maskera“ nicht unterbunden werden. Aus diesem Grund wurde das Verbot sehr oft wiederholt und verlautbart. Um alle Bürger zu informieren, dass ein Gesetz gebrochen wurde!

Der Hofkanzler (hoher Regierungsbeamter) setzte den Pfleger (so etwas ähnliches wie ein Polizeichef) unter druck das Gesetz durchzusetzen.

Aus den Aufzeichnungen geht jedoch nicht hervor welche Masken und Verkleidungen damals verwendet wurden.

Goldegg, Perchtenlauf

Das Bild zeigt drei der 15 bis 20 kg schweren Schönperchtenmasken vor ihrer Verwendung beim Perchtenlauf.

Der Goldegger Perchtenzug besteht aus dem Hanswurst, den Schiechperchten (mundartlich Schiachperchtn), der Frau Percht, den Hexen, dem Perchtenhauptmann, der Perchtenmusik, den Schönperchten (in Form von Pongauer Tafelperchten), deren Gesellinnen, den Hl. Drei Königen – Goldegg hoch zu Ross, dem Werchmandl, dem Zapfenmandl, dem Kaminkehrer, dem Bären und dessen Treiber, dem Schneidermandl und dem Puppenweibl, dem Körblweibl, der Habergeiß und ihrem Treiber, sowie dem Nachtwächter. Eine Besonderheit sind die beeindruckenden Goldmasken der Goldegger Schönperchten. Der Lauf findet seit seiner Wiederbelebung im Jahr 1995 jährlich am 1. Jänner statt.

CC-BY-SA Wald1siedel

Quelle: Eva Kreissl (Hrsg.): DIE MACHT DER MASKE. Katalog zur Sonderausstellung

2007. Schloss Trautenfels 2007.

 

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